Datum: Montag, 27. Februar 2017

auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft Waldrach. Die Pfarreiengemeinschaft Waldrach ist der Zusammenschluss von zwölf Pfarreien im Ruwertal, dem Vorderen Hochwald und dem Pluwiger Ländchen.

Das Leben in den Gemeinden wird geprägt von vielerlei Aktivitäten und Gruppen. Dieses Gemeindeleben ist ohne die vielen ehrenamtlich Tätigen nicht denkbar.

 
Auch für Sie ist in dieser Pfarreiengemeinschaft sicher ein guter Platz!

Pfarrer Ralf-Matthias Willmes

 


Geistliches Wort ( aus dem Pfarrbrief Nr. 02/2017 )

Fasten und Feiern

Als ich von Indien nach Deutschland kam, war für mich Manches gewöhnungsbedürftig. So auch das Brauchtum rund um die Fastenzeit. Von Indien her war ich gewohnt, dass wir 50 Tagen vor Ostern fasten: kein Fleisch, keine Milchprodukte, keinen Fisch, keinen Alkohol. Wir kennen auch eine Art Fastnacht: am Sonntag vor Beginn des Fastens feiern wir Pethratha. Da lassen wir es uns noch einmal so richtig gut gehen. Danach beginnt dann die ernstere Zeit der inneren Vorbereitung auf das Leiden und Sterben Jesu und auf seine Auferstehung an Ostern.

Umso erstaunter war ich, als ich in Deutschland erlebte, dass man die Fastenzeit nicht so deutlich – dafür aber umso deutlicher Fastnacht erleben konnte: zahlreiche Karnevalsveranstaltungen in Dörfern, Städten und im Fernsehen. In manchen Gegenden beginnt die „5. Jahreszeit“ ja schon am 11.11.

Von meiner Heimat her kenne ich die Unterschiede der Kulturen und Religionen und weiß: Man kann nicht einfach das Brauchtum einer Region zum Maßstab für andere machen. Aber Fasten findet überall statt – bei Hindus, Buddhisten, Moslems und Christen. Es gibt Unterschiede – doch auch Gemeinsamkeiten. Und gemeinsam ist, dass in vielen Kulturen Fasten und Feiern zusammengehören.

Im Neuen Testament finden wir ein bemerkenswertes Wort Jesu zu diesem Thema: „Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen. Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen. Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!“ (Mt 11,16-19)

Wir sind also eingeladen. Beides hat im Evangelium (und im Leben eines Christen) seinen Platz: Fasten und Lebensfreude, Verzichten und Genießen.

Jesus wird einmal gefragt: „Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten?“ Jesu Antwort: „Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten.“ (Mk 2,18-20)

Ob wir nun fasten oder feiern – alles hat seine Zeit. Wichtig ist dabei der Blick auf den anderen: Paulus sagt es so: „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!“ (Röm 12,15)

Doch was wir nicht aus den Augen verlieren sollten: Das letzte Wort gehört der Freude, nicht der Trauer, nicht der Entbehrung und nicht der Verzweiflung. „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!“ (Phil 4,4) – Und noch einmal Paulus: „Wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ (1 Kor 2,9)

Also lasst uns feiern – und, wenn die Zeit kommt, fasten. Aber vergessen wir die Freude nicht, die wir gerade dann erfahren dürfen, wenn wir uns anderen zuwenden!

Ihr Kaplan Jomi

 

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