Datum: Montag, 20. November 2017

Mühlen im Ruwertal

Mehrere Mühlen prägten seit der Römerzeit das Bild des Ruwertales. Neben den Getreidemühlen und je einem Pergamenthof in Waldrach und Kasel, gab es im 14./15. Jahrhundert in Waldrach ein Erzbergwerk zur Erzeugung von Eisen und anderen Metallen. Dieses Erzbergwerk, das im Besitz des Trierer Kurfürsten war, bestand aus der „Erzmühle“ (Erzwäsche), der „Schmelzmühle“ (Eisenschmelze) und der „Schleifmühle“ (Eisenbearbeitung). Zur Zeit des Erzbergwerkes gab es in der Nähe der Schleifmühle (in Pätsch) eine separate Wohnsiedlung, in der die vom Kurfürsten aus Lothringen, Luxemburg und Belgien angeworbenen Facharbeiter wohnten.

Mit Beendigung der Eisenerzeugung im 15. Jahrhundert (wegen Erschöpfung des Erzvorkommens) siedelten diese Facharbeiter dann im Hochwald, wo neue Bergwerke entstanden. Die hiesige Siedlung verfiel mehr und mehr und aus der Schmelz- und Schleifmühle wurden später Getreidemühlen.

Lediglich die „Erzmühle“, ursprünglich Pergamenthof (1212), wurde vom Kurfürsten im Jahre 1486 auf 20 Jahre als „Walkmühle“ (zur Tuch- und Leinenherstellung) verpachtet. Danach, wohl ab 1506, ließ der Kurfürst diese Mühle zu einer „Papiermühle“, der ersten im Kurfürstentum Trier, umbauen. Hier wurde nun wertvolles Papier in Handarbeit hergestellt, das dann in vielen Schreibstuben und später auch in Druckereien Verwendung fand. Während des 30-jährigen Krieges, ca. 1639, wurde die Papiermühle zerstört und damit die Papierherstellung beendet. Das Gebäude wurde später wohl als Wohnhaus umgebaut und - als „Welschmühle“ bekannt - 1951 wegen Baufälligkeit leider abgerissen. Waldracher Papier, mit den typischen Waldracher Wasserzeichen, ist heute noch in alten Büchern des Priesterseminars in Trier vorhanden.