Datum: Mittwoch, 22. November 2017

 

Kapelle Hinzenburg nach dem Umbau.jpg - 11.14 KB    Kapelle Hinzenburg vor dem Umbau.jpg - 32.31 KB   Altar in Hinzenburg.jpg - 7.95 KB

 

Von dem Ort Hinzenburg sind relativ alte Urkunden erhalten, so daß sich die Namensgebung weit zurückverfolgen lässt. Schon 1276 werden die beiden Ritter Wilhelm und Johann von "Heynzinberch" als Zeugen für den Verkauf der Hälfte eines Zehnten benannt, 1285 übernehmen die beiden eine Bürgschaft für einen Wilhelm von Bozzel von Stein. Daher kann man davon ausgehen, das der Ortsname bereits um einiges älter ist, ob er allerdings auf einen Gründer namens "Huntzo" zurückgeht, der auch mit der sogenannten "Rodburg" in Verbindung gebracht wurde, lässt sich nicht nachweisen.

Eine weitere urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1466 und besagt, dass neben der niedrigen und mittleren Gerichtsbarkeit über Hinzenburg das hohe Gericht dem Erzbischof in Trier unterstand. Bereits 1569 wird die Zugehörigkeit des Ortes zur Pfarrei Schöndorf erwähnt, 1630 wurden für Hinzenburg vier Feuerstellen gemeldet. Im Jahre 1772 erlaubte der Trierer Generalvikar, in der von den Einwohnern erbauten Kapelle an einigen Werktagen Hl. Messe zu feiern, 1818 hat der Ort schon 82 Einwohner. Ansonsten sind Daten und Fakten sehr rar und es ist auch nicht bekannt, wann die Vorgängerkapelle gebaut wurde. Am 20. Dezember 1842 hält Pastor Schmitz allerdings folgende "bemerkenswerte Sache für meinen Nachfolger" fest:

"Da die Filial-Capelle zu Hinzenburg, Pfarrei Schöndorf, während dreier Jahre in einem höchst baufälligen Zustand gewesen war, so dass dieselbe von der Baupolizei sofort wegen befürchtetem Einstürzen hatte geschlossen werden müssen, die Einwohner von daselbst jedoch nicht ohne Gotteshaus hier leben wollten, so legten wir in diesem Jahre 1842 zur Erbauung einer neuen Capelle Hand ans fromme Werk, Munter und fröhlich halfen sie den Handwerksleuten allen und beendigten den Bau am 27ten October a.C. und am 19ten December 1842 eingesegnet".

Auch von der 1940 abgegebenen Glocke aus der Hinzenburger Kapelle ist nicht einmal das Entstehungsjahr vermerkt. Dafür sind die Daten der jetzigen Glocke vollständig. Sie ist auch ein Werk der Saarburger Gießerei Mabilon aus dem Jahre 1948 und trägt als Gravur folgende Worte:

"Nach St. Magdalena bin ich benannt,

mein Ruf ergeht in alle Land,

in Glück und Not, bei Sünd und Tod

flieht hin zu Gott.

Gestiftet von Fam. Adolf Müller-Clemens".

Die Kapelle wurde bereits 1931 einmal instandgesetzt und musste 1972 verkürzt werden, da sie im Zuge des Ausbaus der Landesstraße 143 durch den Ort Hinzenburg "als ein echtes Verkehrshindernis" angesehen wurde. Da die geplante Verkürzung auf großen Widerstand stieß, waren langwierige Verhandlungen notwendig, die letztendlich doch zur Genehmigung führten, so dass sich die Kapelle heute nur noch mit zwei Seitenfenstern zeigt.

In der Kapelle ist heute noch ein Altar aus dem 18.Jh. zu sehen, auf dessen Mittelkonsole, von zwei Heiligenfiguren umrahmt, das Lamm Gottes "strahlt". 

Der Namenstag der Hl. Magdalena ist der 22. Juli.

Quelle: Chronik der Pfarrei St. Andreas in Schöndorf anlässlich des 150 jährigen Bestehens der Pfarrkirche und der Altarweihe am 30. November 1989; erstellt von Georg Dumont, Siegfried Theis und Matthias Wick