Datum: Samstag, 18. November 2017

Die 14 Nothelfer Kapelle in EitelsbachIn Kurfürstlicher Zeit waren die Eitelsbacher in St. Michael von der Abtei Maximin im Ortsteil Ruwer Maximin eingepfarrt. Zwar besaß der Ort die im Jahre 1755 erbaute kleine Andachtskapelle zu den 14. Nothelfern, aber außer der sonntäglichen Frühmesse mußte man nach Ruwer. Große Naturkatastrophen führten im frühen 19. Jh. zur Zerstörung der Kapelle. 1848 war die neue Kapelle wieder errichtet. Die Steine hatte man aus dem Kronenberg hinter dem Longen’schen Hause gebrochen und die Gemeindeeingesessenen leisteten Frondienste. Das Bild der vierzehn Nothelfer kam vom Stift Pfalzel. Die Wwe. Adolf stiftete das Vesperbild der schmerzhaften Mutter Gottes. Das Eitelsbacher Vesperbild stammt aus dem 16. Jh und steht in Kopie am linken hinteren Vierungspfeiler, stammt aus dem Trierer Jesuitenkloster und zeigt die schmerzhafte Mutter mit dem entseelten Leib ihres Sohnes auf dem Schoß. Rückseitig ist IHS MA JOS Anno 1525 eingeritzt und gilt als Arbeit vom Niederrhein. Mit einigen Statuen und Fenstern trug der Gutsbesitzer des Karthäuserhofes, Wilhelm Rautenstrauch, zur Ausschmückung des kleinen Gotteshauses bei. Nun mag man sich aus heutiger Sicht fragen, warum ein kleines Dorf, dessen Einwohner nur mit Mühe ihr Leben fristen konnten, ausgerechnet eine neue Kapelle benötigten. Für die Menschen der damaligen Zeit gehörte die Ausübung ihrer Religion genauso zum Leben wie die tägliche Arbeit. Ein eigenes Gotteshaus zu besitzen, war darüber hinaus aber auch eine Frage der dörflichen Identität und der Besuch des Gottesdienstes in Ruwer oder Mertesdorf konnte dies nicht ersetzen. Und so wurde denn trotz größter Armut in Eitelsbach jene schöne, kleine Kapelle gebaut, die es heute noch gibt und erst vor wenigen Jahren notwendigerweise gründlich renoviert wurde.

 

 

Auszüge mit Genehmigung des Autors Matthias Kordel aus der von ihm herausgegebenen Chronik:

„Ruwer und Eitelsbach, zwei Dörfer im Spiegel ihrer Geschichte“. ISBN 3-89890-069-X,

bei Creativ, Silvia Steines, Rheinstraße 14 oder im Buchhandel oder beim Herausgeber zu beziehen.)