Datum: Mittwoch, 22. November 2017

1855 kam Pfarrer Philipp Diel nach Ruwer. Die Pfarrgemeinde wuchs, und täglich hatte Diel die Enge und Reparaturbedürftigkeit des Gotteshauses vor Augen. Schon bald wurde der Ruf nach einem Neubau immer lauter. Mit einem Dringlichkeitsschreiben an die Bischöfliche Behörde machte Pfarrer Diel 1861 auf die Notwendigkeit der Maßnahme aufmerksam. Diel erstellte selbst den ersten Grundriß. 1866 legte der beauftragte Architekten Himpler aus Wallerfangen seine Entwürfe vor. Stararchitekt Wirtz aus Köln hat die Pläne umgearbeitet und das Ergebnis kann sich heute immer noch sehen lassen.
Das im neoromanischen Stil errichtete sakrale Bauwerk, ist mit seinen drei Längsschiffen durch deren unterschiedliche Höhen zwischen Mittel- und Seitenschiff  rhythmisch gut gelungen. Zusammen mit dem Querschiff vermittelt die Kreuzform des Grundrisses Weite und Offenheit. Und in den drei Apsiden sammelt sich der Blick des Betrachters. 
Zur letzten Messe versammelte Diel am 9. September 1869 noch einmal die Gläubigen in der alten Kirche. Während der Bauarbeiten fand der Sonntagsgottesdienst in Eitelsbach und an Werktagen in der Klosterkapelle statt, an die man 1870 schnell eine Notkirche anbaute.
Keine Auswirkungen auf die Bauarbeiten hatte der Krieg 1870. Es ging zügig voran und nach verhältnismäßig kurzer Bauzeit benedizierte am 25. Juni 1871 Dechant Schue das Gotteshaus.
Ein so großartiges Bauwerk bedarf ständiger Unterhaltungsarbeiten und so gehören Konservierung, Restaurierung, Sanierung und Renovierung dazu, wie das Amen nach dem Gebet.

Seine schlimmsten Stunden erlebte der Bau im Bombenhagel Heiligabend 1944 und während den Messen des Weihnachtsfestes, wo der Kreuzungspunkt beider Nachschublinien (Reichsbahn und Moselbahn) unterbunden werden sollten. Schon bald galt es die Kriegsschäden wieder zu beseitigen, wobei die Kirche außer den Fenstern keine größeren Zerstörungen aufwies. Viele Jahre wartete die Gemeinde auf zwei neue Glocken, weil man die alten im 2.Weltkrieg zu Waffen verarbeitet hatte. Mit der Weihe am 25. November 1951 war das Geläut wieder vollständig.