Datum: Montag, 20. November 2017


Liebe Christen in der Pfarreiengemeinschaft Waldrach,

herzlich grüße ich Sie im Osterpfarrbrief. Ich möchte mich Ihnen kurz vorstellen. Ich heiße Clemens Grünebach und bin Pfarrer von acht Pfarreien in der Pfarreiengemeinschaft (=PG) Hermeskeil  und zugleich Dechant im Dekanat Hermeskeil-Waldrach. Als solcher gehört es zu meinen Aufgaben, die anstehende Vakanz in Ihrer Pfarreiengemeinschaft zu planen und vorzubereiten. Leider steht kein weiterer Pfarrer im Dekanat für eine Vakanzverwaltung zur Verfügung. Pfarrer Kai Quirin aus der PG Schillingen wird im Sommer nach Weggang seines Kaplans ohne Pastoralteam sein und somit selbst Unterstützung benötigen. Von daher habe ich mich bereit erklärt, die Pfarrverwaltung der PG Waldrach in der Vakanz zwischen Mai und September zu übernehmen, wohl wissend, dass dies eine echte Herausforderung sein wird, dann Pastor von 20 (!) Pfarreien mit rund 27.000 Katholiken zu sein. Nichtsdestoweniger freue  ich mich auf diese Aufgabe, habe ich doch immer wieder in der Vergangenheit und Gegenwart viele Ehrenamtliche und auch Hauptamtliche angetroffen, die sehr engagiert und motiviert für die Kirche vor Ort und in der Pfarreiengemeinschaft arbeiten. Dafür möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich vorab Danke sagen.

Die vergangenen Monate nach dem Weggang der beiden Pfarrer Dr. Justen und Corsten waren für alle Beteiligten nicht leicht und die Herausforderungen werden noch wachsen in den kommenden Monaten. Mich bestärkt dies in meiner Einschätzung, dass wir nur gemeinsam als Pfarreiengemeinschaft Waldrach, in guter Kooperation und Kommunikation zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen und auch unter den Ehrenamtlichen die Zeit der Vakanz bestehen und auch die Zukunft gestalten können. Das ausschließliche Schauen auf den eigenen Kirchturm hat endgültig ausgedient angesichts der Personal- und Geldknappheit. Aber auch angesichts des rasanten Wandels der Gesellschaft. Nur wer sich mit anderen Pfarreien, Gruppen oder Einzelnen zusammenschließt, wird das je Eigene des Ortes oder der Gruppe bewahren und lebendig gestalten. Der Pfarreienrat hat dies erkannt und sich zweier wichtiger Themen angenommen, nämlich einen gemeinsamen Pfarrbrief und eine gemeinsame Homepage zu gestalten. Er wurde ebenfalls befasst mit der Frage einer Gottesdienstordnung für alle 12 Pfarreien in der Zeit der Vakanz.  Auch die Verbandsvertretung des Kirchengemeindeverbandes Waldrach stellt sich dieser Herausforderung und ist dabei, zusammen mit den Pfarrsekretärinnen, Dekanatsreferent Willems und mir ein Konzept für eine gute Büroorganisation für die Pfarreiengemeinschaft zu erstellen.


Ich möchte aber auch nicht verschweigen, dass es in den kommenden Wochen und Monaten zu Veränderungen kommen wird, die einschneiden und wehtun werden. Von allen Beteiligten wird ein höheres Maß an innerer und äußerer Mobilität und Flexibilität abverlangt werden. Manches Gewohnte wird nicht mehr möglich sein, und zwar nicht, weil es nicht gewollt wäre, sondern weil es das knappe Personal oder Geld nicht zulassen. Daher bitte ich schon jetzt um Verständnis, wenn möglicherweise auch Fehler passieren oder sich lieb gewordene Gewohnheiten ändern. Die Komplexität ist enorm und verlangt von allen ein völlig neues Denken und Handeln.


In den folgenden Pfarrbriefen werden ich oder andere Mitglieder des Pastoralteams immer wieder auch informieren und um Unterstützung werben. Folgende Änderungen stehen aktuell an:

Pfarrbüros
Auf Grund des krankheitsbedingten Ausfalls einer der Pfarrsekretärinnen und notwendiger Stundenkürzungen müssen wir für März und April die Öffnungszeiten der Pfarrbüros in Osburg, Pluwig und Ruwer reduzieren bzw. die 1-stündige Öffnungszeit in Kasel aussetzen. Das Zentralbüro in Waldrach bleibt im gewohntem Umfang geöffnet. Näheres entnehmen Sie bitte der Aufstellung auf der letzten Seite des Pfarrbriefes.
Darüber hinaus wird derzeit ein Konzept erarbeitet, das die Maßgabe des Bistums der Errichtung eines zentralen Dienstbüros in Waldrach umsetzt. Dies wird voraussichtlich dazu führen, dass die Präsenz in Waldrach gestärkt wird und die übrigen Pfarrbüros zu Außenstellen umfunktioniert werden. Dies ermöglicht eine viel bessere Arbeitseffizienz der Sekretärinnen, Informationen können besser und koordiniert weitergegeben werden, Ressourcen werden sinnvoll eingesetzt und die Erreichbarkeit (per Telefon und e-mail) ist gewährleistet.
Die Außenbüros werden aber auch noch in einem gewissen Maße für Publikumsverkehr offen bleiben. Das weitere Prozedere ist folgendermaßen: Derzeit wird an einem Konzept gearbeitet, das dann Ende März in der Verbandsvertretung beschlossen wird. Dieses soll dann eine Zeit lang ausprobiert und dann zusammen mit dem neuen Pfarrer ausgewertet werden.

Pfarrbrief
Hier ist eine zweifache Schrittfolge geplant.
Ab Mai oder Juni wird es einen gemeinsamen Pfarrbrief geben, da ab Mai auch eine gemeinsame Gottesdienstordnung eingeführt wird. Hier wird es einen Teil „Gottesdienstordnung“ geben und darüber hinaus einen Abschnitt „Nachrichten aus der Pfarreiengemeinschaft“ und einen Abschnitt „Nachrichten aus den Pfarreien“.
Dies hat den großen Vorteil, dass die Sekretärinnen viel besser an einem gemeinsamen Pfarrbrief arbeiten können. Darüber hinaus wird ein Manko verbessert, nämlich dass transparent für die gesamte Pfarreiengemeinschaft informiert wird. Dieses wurde in der Vergangenheit immer wieder von ehrenamtlicher Seite – zu Recht – eingefordert. Man kann auf einen Blick erkennen, wo welcher Gottesdienst stattfindet oder wer getauft wird. Darüber hinaus macht ein gemeinsamer Pfarrbrief den Reichtum der PG Waldrach deutlich.
Der zweite Schritt, der in der Planung des Pfarreienrates liegt, ist der eines neuen Layoutkonzeptes inkl. Logoentwicklung. Hier wird es wahrscheinlich noch etwas Zeit benötigen, auch da sinnvollerweise hier der neue Pfarrer einzubinden ist.


Gottesdienstordnung
Nach zweifacher Beratung im Pfarreienrat, dem Gremium, das bei der Erstellung einer Gottesdienstordnung zu hören und damit zu befassen ist, und nach Beratungen in den meisten der 12  Pfarrgemeinde, bzw. Kirchengemeinderäte, sowie unter Berücksichtigung des eklatanten Mangels an aktiven Priestern im Dekanat, wurde folgende grundsätzliche Regelung für das Wochenende beschlossen.
In den großen Pfarreien (Ruwer, Waldrach, Pluwig, Osburg) finden 3x im Monat Eucharistiefeiern statt. In den kleineren Pfarreien alle 14 Tage. Die Gottesdienstzeiten mussten angepasst werden, so dass die Zelebranten auch mehrere Hl. Messen hintereinander feiern und auch noch Fahrzeiten eingeplant werden können (z.B. im Extremfall 37 km einfacher Weg von Grimburg nach Ruwer).
Um die Komplexität in Grenzen zu halten haben wir uns für feste Gottesdienstzeiten entschieden.
An den Werktagen wird die bisherige Regelung weitergeführt.
Die genaue und konkrete Ordnung entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Pfarrbrief.
Diese Grundordnung macht es möglich, dass wir Sonderregelungen finden können, wenn z.B. ein Pfarrfest oder ein Kirmesgottesdienst ansteht. Auch muss man mitbedenken, dass zu den normalen Sonntagsgottesdiensten noch Taufen, Hochzeiten und gold. Hochzeiten hinzukommen.
Erschwerend ist darüber hinaus, dass in die Vakanz hinein die Sommerferien fallen, in denen auch noch einige Priester zu Kinder- oder Familienfreizeiten unterwegs sind oder Urlaub haben.

Es gibt eine große Solidarität unter den SeelsorgerInnen im Dekanat in Hinblick auf die schwierigen personellen Situationen in den Pfarreiengemeinschaften Waldrach und Schillingen aus- und mitzuhelfen.  Diese Solidarität erbitte ich auch von Ihnen, liebe Mitchristen und darüber hinaus bitte ich um ihr Verständnis für diese einschneidenden Regelungen, die der Not geschuldet sind. Tragen Sie die Last der Veränderungen im Gebet mit und tragen Sie ihren Teil dazu bei, dass wir gemeinsam diese Zeit gut gestalten.
Ich bin aber weiter optimistisch, dass sich hinter den Veränderungen und Abbrüchen eine neue Gestalt von Kirche zeigen wird und schon anfanghaft zeigt, die mehr in unsere Zeit und Gesellschaft passt. Herzliche Grüße aus Hermeskeil. Im Gebet und der Sorge um die Pfarreiengemeinschaft Waldrach verbunden

Dechant Clemens Grünebach