Datum: Sonntag, 19. November 2017

 

Herausgerufen - Schritte in die Zukunft gehen

Informationsveranstaltung zur Diözesansynode-ein Rückblick

 

Eine Vielzahl an Teilnehmer/innen aus der ganzen Pfarreiengemeinschaft folgten gerne der Einladung von Pfr. Ralf Matthias Willmes. So begrüßte er im Familienzentrum in Waldrach  ganz herzlich gut 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und führte in die Thematik der Synode, den derzeitigen Kenntnisstand und ihre Umsetzung ein. Die Moderation und Diskussionsleitung übernahmen versiert und kurzweilig Ute Engelskirchen und Engelbert Felten vom Seelsorgeteam der Pfarreiengemeinschaft Waldrach. Sie verstanden es sehr gut  den Zuhörerinnen und Zuhörer zum einen die Themen der neuen pastoralen Räume und zum anderen die  von der Synode beschlossenen 4 Perspektivwechsel näher zu bringen:

1. Vom Einzelnen her denken: Jeder einzelne Mensch zählt für die Kirche in seiner Lebenswirklichkeit. Sie möchte ihn darin verstehen lernen und wendet sich ihm zu. So lernt die Kirche von Trier, sich an den Grundfragen der Menschen, auch unter Berücksichtigung der vielfältigen Lebensentwürfe, zu orientieren.
2. Charismen vor den Aufgaben in den Blick nehmen: Wo möchtest du dich einbringen? Dieser 2. Perspektivwechsel bedeutet: Hier gibt es Raum für Neues! Nicht unbedingt nur den Traditionen folgen, von den alten Aufgabenstellungen ausgehen und bereitwillige Helfer suchen sondern sich die Frage stellen: Wofür brennst du? Was ist dir wichtig? Was willst du wirklich für das kirchliche Leben tun? Engagierte und interessierte Menschen sollen und dürfen ihre Begabungen und Begeisterung sinnvoll in den Gemeinden oder an den anderen Orten von Kirche einbringen und als Gläubige ihr Taufbewusstsein entwickeln. Einfach mutig ausprobieren und schauen was möglich ist.
3. Weite pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationsformen verankern: die neuen großen pastoralen Räume ermutigen dazu, die lokale Kirchenentwicklung neu anzugehen und das Verhältnis von Nähe und Weite neu zu bestimmen.
4. Das synodale Prinzip bistumsweit leben: Laien, Priester, Diakone und Ordensleute, Hauptamtliche und Ehrenamtliche sehen, hören und beraten gemeinsam in einer neuen Qualität. Das alles hat die aktuelle Synode mit ihren rd. 280 Synodalen aus allen Bereichen schon im Bistum Trier geprägt. In einem guten Miteinander aller Beteiligten werden Entscheidungen vorbereitet, diskutiert und getroffen. Entscheidungsprozesse und Verfahren müssen transparent ausgestaltet sein und gut kommuniziert werden.

Kein Zweifel: Die Umsetzung der Synodenbeschlüsse  werden sicher mit Abschieden von lieb gewonnenen Gewohnheiten und Routinen in den bisherigen Pfarreien verbunden sein.  In den neuen Gedanken sind aber auch viele Chancen enthalten die es zu entdecken und zu nutzen gilt.  Viele kritische aber auch hoffnungsvolle Diskussionsbeiträge  machten den Abend informativ und lebendig.

Fazit ist: Die Synode ist nicht schuld und ist auch nicht die Ursache für die zu treffenden Maßnahmen. Fakt ist: So wie bisher können wir nicht weitermachen. Die Kirche bleibt im Dorf, wenn das Dorf in der Kirche bleibt – so fasste Pfr. Willmes im Laufe des Abends die Befürchtungen und Erwartungen trefflich zusammen. Es liegt an uns allen, daraus etwas zu machen. Dazu brauchen wir innere Weite und den festen Willen, uns, unser kirchliches Leben und die Pfarrei neu zu denken. Auch die zurzeit gewählten Pfarrgemeinderäte werden, nach der Gründung der Pfarreien der Zukunft (voraussichtlich 01. Januar 2020) nicht, wie bisher, in jeder einzelnen kleinen Gemeinde neu gewählt. In den neuen Pfarreistrukturen wird es dann voraussichtlich nur noch einen Pfarrgemeinderat geben, der, wie z. B. in der neu zu errichtenden Pfarrei Trier, für 73.649 Katholiken (Stand: 3/2017) zuständig sein wird.

Am Ende der gelungenen Informationsveranstaltung dankte Pfr. Willmes allen Beteiligten und Anwesenden von Herzen und ermutigte dazu, die Synode, ihre Ergebnisse und Weiterentwicklung mit zu begleiten und die sich daraus ergebenden Chancen auch zu nutzen.

Ursula Eiden