Datum: Mittwoch, 22. November 2017

In früher Zeit war die Weihnachtskrippe,kurz "Krippchen"genannt, die Hauptsache am Weihnachtsfest. Das "Krippchengucken" in der Kirche und in den Nachbarhäusern war stets ein wichtiger Teil des weihnachtlichen Geschehens.


Besonders der kleine Mohr, der jedesmal dankend mit dem Kopf nickte, wenn er ein kleines Geldgeschenk erhielt, durfte nie fehlen. Zur Zeit , als Michael Hammes noch Seelsorger war, gab es sogar den Propheten Jonas, der jedesmal mit fünf oder zehn Pfennig im Rachen des Walfisches verschwand. Manche Kinder legten dem Jesuskind ein oder zwei der Gebäcke in die Krippe. Wer diese wohl weggenommen hat ?

Krippendarstellungen gab es schon im Mittelalter. Das Lukasevangelium hat schon recht früh die Phantasie der Gläubigen beflügelt und Krippen entstehen lassen, die regelrechte Kunstwerke geworden sind.

In unserer Heimat ist die Gipskrippe die gebräuchlichste Form. Als Schmuckmaterial nimmt man Moos, Holzwurzeln, Tannenzapfen oder Tannenzweige.

Tulpen und Weihnachtssterne zieren den Stall, Wege sind mit Sägemehl oder Sand angedeutet.

In Kasel stand die Kirchenkrippe stets vorn im rechten Seitenschiff und füllte dort den ganzen Platz aus. Bis in die 60er Jahre wurde selbstverständlich neben der eigentlichen Krippe und dem Stall das Hirtenfeld groß ausgebaut, wo der Verkündigungsengel die wichtige Botschaft verkündete. Die Wand war als Nachthimmel mit einem sternenbesäten dunkelblauen Tuch verdeckt.

Die Kaseler Krippenfiguren sind die ältesten im unteren Ruwertal und stammen aus dem letzten Jahrhundert. Sie bestehen aus bemaltem Gips und sind ca. 40 cm hoch. Ein Manufakturzeichen findet man nicht. Zur Krippe gehören neben Maria, Josef und dem Jesuskind Ochs und Esel, drei Hirten, acht Schafe und ein sehr altertümlich wirkender Hund. Der Verkündigungsengel fehlt natürlich nicht.Die drei Könige, am 6. Januar dazugestellt, führen ein Kamel mit sich. In den letzen Jahren ist die Kirchenkrippe wesentlich verkleinert aufgestellt worden.