Datum: Freitag, 24. November 2017

In der Ortsmitte von Korlingen befindet sich in der Kapellenstraße die katholische Filialkirche St. Valentin.

Es handelt sich um einen freistehenden, zweiachsigen und dreiseitig schließenden Saalbau in Nachbarschaft zu Trierer Zeilen. Der schlichte verputzte Bruchsteinbau hat einen quadratischen Dachreiter unter einem Pyramidenhelm über der abgewalmten Giebelseite. Die ursprünglich in Holz eingefaßten Rundfenster über dem Portal und an der Chorwand wurden um 1900 teils durch Steingewände ersetzt. Erhalten ist das Türblatt mit der Jahreszahl der Errichtung 1769 in Nagelbeschlag. Der Innenraum weist eine Voutendecke und aufwendige Ausstattung auf. Der von der Abtei Sankt Martin stammende Altar ist ein schön geschnitzter Tabernakelaltar mit hohem Baldachinaufbau und von Engelfiguren belebten Volutenstegen, darin eine barocke Muttergottes und auf seitlichen Konsolen die alten Kirchenpatrone, die römischen Märtyrer Johannes und Paulus. An der einen Wandseite findet sich eine bewegte barocke Figur des neuen Kirchenpatrons, des heiligen Valentin, gegenüber ein geschnitzter Rahmen mit den um den Salvator angeordneten, handwerklich barocken Figürchen der 14 Nothelfer. Der geschnitzte Kreuzweg datiert auf das Jahr 1903. Der Zelebrationsaltar benutzt den alten Taufstein der Pfarrkirche Gutweiler. Die von der Gemeinde erbaute Kirche ist ein originärer Beleg für den im Trierer Land verbreiteten Kapellentyp.

Quelle: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 12.2 Kreis Trier-Saarburg. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1994.